90 Jahre Krankenpflegeverein und
Gründung der Caritas-Stiftung St. Antonius

2010

90 Jahre Krankenpflegeverein und Gründung der Caritas-Stiftung am 13. November
Gemeindeausflug
am 25. September
Ministrantenwallfahrt nach Rom vom 31. Juli bis 7. August
Sommerfest St. Antonius
am 25. Juli
Am 19. Juni fand das Stadtteilfest in WN-Süd statt.
Am 18. Juni spendete Weihbischof Renz die Firmung.
Fronleichnam begingen die Gemeinden der Seelsorge- einheit am 3. Juni in der St. Antoniuskirche.
Gemeindefest Maria unter dem Kreuz am 13. Mai
Gemeindefasching und Kinderfasching am 6. und 7. Februar feierte die Gemeinde Fasching.

Am Samstag, 13. November feierten wir im Antoniussaal 90 Jahre katholischer Krankenpflegeverein und die Unterzeichnung der Stiftungsurkunde der Caritas-Stiftung St. Antonius Waiblingen.
Wir verbanden dies mit der jährlichen Mitgliederversammlung des Krankenpflegevereins.

Aus Anlass des 90-jährigen Bestehens des Krankenpflegevereins überreichten die Vorstandsmitglieder Hans Schembera und Klemens Winterhalter allen Besuchern als voradventlichen Gruß eine Kerze.

Nach der herzlichen Begrüßung durch Pfarrer Franz Klappenecker und einer gemütlichen Kaffeestunde, die auch zu engagierten Gesprächen genutzt wurde, führte Michael Buck die Anwesenden in die Eigenschaften der neuen  Caritasstiftung St. Antonius Waiblingen ein. Michael Buck ist Geschäftsführer der CaritasStiftung in der Diözese Rottenburg-Stuttgart.
Michael Buck, CaritasStiftungEr zeigte anhand von Beispielen in der Umgebung auf, dass andere Gemeinden bereits gute Erfahrungen mit der Einrichtung einer Stiftung unter dem Dach der CaritasStiftung gemacht haben. Der besondere Reiz für die Zustifter liege eben auch darin, dass nicht nur gute Werke mit ihrem Geld getan werden, wie bei einer Spende, sondern dass das gestiftete Geld unangetastet bleibt und die Projekte und Unterstützungen aus dem Zinsertrag geleistet werden. Auch hier in Waiblingen seien Zuwendungen herzlich willkommen.

Birgit Priebe, Stadt WaiblingenBaubürgermeisterin Birgit Priebe überbrachte die herzlichsten Grüße der Stadt Waiblingen. Sie stellte heraus, dass der demografische Wandel auch in unserer Stadt nicht aufzuhalten sei, sondern dass man sich ihm mit den damit verbundenen Herausforderungen stellen müsse. Die Einrichtung einer Stiftung, die die Qualität der Pflege und Versorgung der Kranken und Pflegebedürftigen zum Ziel habe, sei ein wichtiger Schritt dazu.

Dem folgte die Unterzeichnung der Stiftungsurkunde durch Pfarrer Franz Klappenecker und der Zweiten Vorsitzenden des Kirchengemeinderates Claudia Vischer.

Pfarrer Franz KlappeneckerAus Anlass des 90-jährigen Jubiläums des Krankenpflegevereins erinnerte Pfarrer Franz Klappenecker an die Anfänge des Krankenpflegevereins. 1917 war die katholische Gemeinde in Waiblngen gegründet worden und bereits 1920 hat der Stadtpfarrer Kiechle Gemeindemitglieder und Interessierte zur Gründungsversammlung eines Krankenpflegevereins eingeladen, so dass am 19. September 1920 der Krankenpflegeverein gegründet wurde. Von Anfang an hat sich die Kirchengemeinde des Wohlwollens und der Unterstützung der Kommune versichert. Erheiternd für das Publikum waren Zitate aus den verschiedenen Briefschaften dieser Zeit.
Am 1. Oktober trafen die ersten zwei Schwestern vom Mutterhaus der Vinzentinerinnen in Untermarchtal ein. Die Gemeinde ist noch heute für den Beitrag der Vinzentinerinnen dankbar, wenn sie auch im Laufe der Jahrzehnte die Station aus Personalmangel aufgeben mussten. Die Betreuung der Kranken und Pflegebedürftigen wurde durch „freie Schwestern“ fortgeführt. Bis 1983 die Katholische Sozialstation in Waiblingen gegründet werden konnte.
Pfarrer Klappenecker fasste zusammen: „Wenn eine Gemeinde ihre Kranken vergisst, dann ist sie selbst krank.“

Pfr. Dr. Franz-Josef OrtkemperDr. Franz-Josef Ortkemper entfaltete die Bedeutung der Kranken in der Botschaft der Bibel. Anhand zweier Beispiele:
Des aussätzigen Naaman aus Aram, der beim Propheten Elischa Heilung sucht und auch findet, wenn auch ganz anders als er es sich vorgestellt hatte und darüber als Fremder sogar zur Gotteserkenntnis kommt (2. Könige 5). Und an dem Besessenen, den Jesus in den Grabhöhlen von Gerasa getroffen hatte. Der Mann der wegen seiner Leiden und seines Wütens völlig außerhalb der Gemeinschaft lebte, den Ketten nicht halten konnten, erlebt Angenommensein, Befreiung und Heilung (Markus 5). Gott hält sich nicht fern vom Leid und den Leidenden, Krankheit ist nicht Zeichen der Gottesferne, sonden viel mehr das Einfallstor für die Gnade und Großzügigkeit Gottes - auch durch die Hände und Liebe der Menschen.

Edith Merkle-IlgEdith Merkle-Ilg hat als Kirchenpflegerin auch die Finanzen des Krankenpflegevereins in ihrer Obhut. Sie stellte in übersichtlichen Schaubildern und Tabellen die Finanzsituation des Vereins dar. Leider führt die weiter sinkende Zahl der Mitglieder zu verminderten Einnahmen, die aber noch immer ausreichen, in gewohnter Weise die Sozialstation zu unterstützen.
Aus den Rücklagen des Krankenpflegevereins wurde nun das Stiftungskapital entnommen, so dass diese Rücklagen im Moment zwar deutlich kleiner sind, das Stiftungskapital aber unverlierbar der Sozialstation dienen wird.

Siegfried Schmollinger und Peter BöttingerEingerahmt und immer wieder angenehm unterbrochen wurde der Nachmittag von Siegfried Schmollinger und seiner Geige begleitet von Peter Böttinger (KMD) am Flügel.
Sie beide boten verschiedene, heitere Stücke großer Komponisten.

Auch die Waiblinger Kreiszeitung berichtete.

Text und Bilder: Angelika Winterhalter