Große Hütte 2009

Wieder einmal fuhr die katholische Jugend der St. Antonius Gemeinde unter Leitung von Herrn Pfarrer Klappenecker in die Berge, um dort die legendäre 37. Wanderfreizeit „Große Hütte“ zu erleben. Dieses Mal sollte die Reise in ein Haus namens Piz Grisch gehen, das in Tigignas oberhalb von Savognin (1600m) erbaut wurde und sich in dem Kanton Graubünden der Schweiz befindet.

So fuhren am 31. Juli 17 Jugendliche, unter denen sich auch Gäste aus der Partnerstadt Baja (Ungarn) und aus Polen befanden und zwei Köchinen, in die Schweiz um dort zwei herrliche Wochen in der wunderschönen Bergwelt zu verbringen.

Das Wetter spielte am Anfang der Freizeit gut mit, sodass die Einwanderung gleich am nächsten Tag stattfinden konnte, die in den nahe gelegenen Ort Radons ging.

Am ersten Sonntag konnten wir noch den Gottesdienst in der prallen Sonne feiern, danach jedoch setzte Regen ein, der wenige Tage anhielt. Wir vertrieben uns die Zeit mit Basteln und Kooperationsspielen, bis wir unsere erste Tagestour auf den Piz Martegnas starten konnten. Nachdem uns die nahe gelegene Seilbahn 500 Höhenmeter in 15 Minuten nach oben beförderte, brauchten wir zu Fuß für die nächsten 500 Höhenmeter deutlich länger. Der Aufstieg war sehr steil und brachte den einen oder anderen an seine Grenzen. Das war jedoch alles schnell vergessen als wir an unserem Ziel in 2670 Meter
Höhe ankamen.

Es bot sich uns eine tolle Rundumsicht auf die umliegenden Drei- und Viertausender von denen der eine oder andere von unserem Gipfelführer Herrn Pfarrer Klappenecker schon bestiegen wurde.

An einem Tag durften wir Simon Müller, der sich als Meister Müller tarnte, in unserer Hütte willkommen heißen, der uns in die schwierige Kunst der Holzbasteleien einwies. Nach diesem Vormittag mit Sägen, schmirgeln, schleifen und bemalen konnten wir alle ein 4-Gewinnt-Spiel aus Holz unser Eigen nennen. Am Nachmittag gab Meister Müller seine Tarnung auf und entpuppte sich wieder zum Teilnehmer, der wohl am Öftesten schon auf der Hütte dabei war. Seine 13. Hütte umgerechnet ergibt einen Zeitraum von insgesamt einem halben Jahr, den Simon Müller in den Bergen verbracht hat.

Dieses Jahr wurde erneut Hütten-Geschichte geschrieben, indem wir mit der Seilbahn ins Tal zu einem Bade-Bergsee fuhren. Nachdem sich die Meisten überwanden und ins Bergwasser sprangen, wurden sie von dem tollen Flair eingehüllt, das entstand, wenn man auf dem Rücken paddelnd, ringsherum auf die schneebedeckten Berge blickte. Nach Meinung aller war dies ein durchaus gelungener Badetag, der auch noch zwei Mal wiederholt wurde.

Die nächste große Herausforderung, die gemeistert werden sollte, war eine Wanderung zur Scharte Fuorcla Grevasalvas in 2688 Meter Höhe. Die Fahrt ging mit dem Bus auf eine Passhöhe und von dort aus führte ein wunderschöner Wanderweg zu unserem Ziel. Auf dem Weg begegneten Blauen Enzianen, einem kristallblauen Bergsee, großen Felsen, die immer kleiner wurden bis wir schließlich durchs Geröll wanderten, das sich mit Schneefeldern abwechselte. Natürlich durfte eine Schneeballschlacht nicht fehlen.

Pünktlich zur Mittagszeit erreichten wir unser Ziel, wo wir erst einmal gemeinsam ausgiebig nach alter Hüttentradition mit Dosenwurst, Käse und allerlei Anderem vesperten. Der Panoramablick war einzigartig und wurde von allen genossen und mit Bildern festgehalten. Leider konnten wir nicht lange verweilen, da wir auf den Bus angewiesen waren, der uns zurück
nach Savognin brachte.

Ein weiteres Erlebnis in Form eines Ausfluges ging nach Pontresina. Nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ war die Fahrt mit der Rhätischen Bahn von Tiefencastel über Samedan nach Pontresina das Highlight des Tages. Die Schmalspurbahn,
die sich so perfekt in den Berg eingliedert und sich die Höhenmeter durch kurvige Tunnel im Berg erschleicht, wurde vor kurzem von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. Es ging über das legendäre Landwasserviadukt in der Nähe von Filisur und durch Preda, wo wir Wiedersehen mit der Hütte aus dem Jahr 1998 hatten. In Pontresina angekommen bestaunten wir die herrliche Lage des Ortes, die in den Berg hineingebaut wurde. Kirchen wurden besichtigt, Mittag gegessen und die nötigen Einkäufe erledigt. Zurück ging es die gleiche Strecke mit der Bahn nach Tiefencastel.

Die letzten verbleibenden Tage wurden bei Sonnenschein noch richtig ausgenutzt, ein Tischtennisturnier und Tischfußballturnier durchgeführt und die Sieger gebürtig gefeiert.

Die Zeit neigte sich dem Ende zu und so wurde der letzte Gottesdienst gefeiert, die letzten Sternschnuppen gesehen, die letzte Mahlzeit zusammen eingenommen und schon war der Abreisetag da. Kaum waren wir über die Deutsche Grenze setzte auch schon strömender Regen ein, so dass sich alle einig waren, am liebsten umdrehen zu wollen.

Am selben Abend trafen sich noch einmal alle Hüttenteilnehmer im Iguana, um sich zu verabschieden, da am nächsten Tag die Gäste aus Ungarn und Polen ihre endgültige Heimreise antraten. Es wurde noch ein letztes Mal zusammen gelacht, über den gemeinsamen Urlaub geredet und die letzten E-Mail Adressen ausgetauscht.

Alle zusammen waren wir der Meinung, dass ein durchaus gelungener Urlaub gemeinsam erlebt wurde, bei dem der Zusammenhalt, Rücksichtnahme und gegenseitiges Vertrauen wieder stark im Vordergrund stand. Was nicht zuletzt Herrn Pfarrer Klappenecker zu verdanken ist, ebenso wie dem Beistand von „oben“ mit dem wir alle gesund und glücklich wieder zu Hause ankommendurften.

Bericht und Fotos von Simon Müller

Bericht von 2008