40. „Große Hütte“

29. Juli bis 11. August  in St. Leonhard im Pitztal, A

Auch dieses Jahr brach die Jugend der katholischen Kirchengemeinde St. Antonius in Waiblingen gemeinsam mit Herrn Pfarrer Franz Klappenecker zur legendären Wanderfreizeit die „Große Hütte“ auf, dieses Jahr zum 40 Mal!
Das Ziel war St. Leonhard im Pitztal, das vorwiegend wegen einer der schönsten Talschlüsse Tirols bekannt ist. Auf dieser Hütte inmitten der herrlichen Bergwelt verbrachten acht Jugendliche aus der näheren Umgebung, sowie jeweils vier Gäste aus Ungarn und Polen zwei Wochen, um dem Alltag zu entfliehen und die schöne Natur zu genießen.

Nach dem ersten allgemeinen Kennenlernen, sollte am ersten Tag gleich die Einwanderung auf den „Hausberg“ stattfinden, bei der das schöne Pitztal in seiner Gesamtheit zum ersten Mal von oben betrachtet werden konnte. Da das Wetter zunächst relativ gut mitspielte, konnte zwei Tage darauf gleich eine Tagestour zur Ludwigsburger Hütte hinterher geschoben werden, was von der Hütte aus einen Aufstieg von 650 Höhenmeter bedeutete.
Die Ludwigsburger Hütte wird vom Deutschen Alpenverein Sektion Ludwigsburg verwaltet, weshalb sie auch diesen Namen trägt. Von dort aus wurde ein wunderschöner Ausblick auf die Bergkette des Kaunergrats preisgegeben, der zu einer der schönsten Ausblicke der Ostalpen gilt.
Da auch in den schönen Alpen der Sommer dieses Jahr auf sich warten ließ, war es zunächst nicht einfach die nächste Tour zu planen. Jedoch machte sich die Gruppe von Herrn Klappenecker unerschrocken zur nächsten Tour über den Fuldaer Höhenweg vorbei am Riffelsee zum Taschachhaus auf. Der Weg über zahlreiche Klettersteige war höchst anspruchsvoll, doch die Mühe lohnte sich. Nachdem wir am Taschachhaus angekommen waren, offenbarte sich ein herrlicher Ausblick auf den Pitztaler Gletscher. Doch die Euphorie hielt nicht lange an, da während des Mittagsvespers ein starker Eisregen über die Multi-Kulti Gruppe von Herrn Klappenecker hereinbrach. 

Es wurde zunächst Schutz im Taschachhaus gewährt, aber der Abstieg zurück ins Tal konnte nicht länger aufgeschoben werden. So wanderte die Gruppe mehrere Stunden lang im strömenden Regen und Gewitter zurück. Selbst Herr Pfarrer Klappenecker gab zu, während seiner vielen Touren in den Bergen noch nie so nass geworden zu sein.

Es dauerte mehrere Tage, bis die Wanderschuhe endlich trocken waren und so konnte die nächste und auch letzte große Tour zum Hochzeiger auf 2.560 Meter über dem Meeresspiegel erst in der zweiten Woche stattfinden. Der Aufstieg war anspruchsvoll und sehr steil und viele kamen dabei an ihre Grenzen, was jedoch schnell vergessen wurde, als der Gipfel erklommen war. Es wurden sich gegenseitig die Hände gereicht und das Gipfelgefühl gemeinsam genossen.

Am Abend setzte Dauerregen ein, der über mehrere Tage anhielt und eine weitere große Tour verhinderte. Langweilig wurde es jedoch nie, da auch für Schlecht-Wetter-Programm gesorgt war. Wie jedes Jahr stattete Meister Müller einen Besuch ab und lehrte dieses Jahr die große Kunst der Holzarbeiten. Es wurde ein ganzer Tag lang gesägt, geschliffen, geleimt und gebohrt und am Ende konnte jeder ein von Meister Müller persönlich entworfener Tisch-Butler sein Eigen nennen. 
Der Rekord-Teilnehmer Simon Müller, der in diesem Jahr bereits seine 15. Große Hütte miterlebte, hatte viel Geduld mit seinen Lehrlingen.

Ein weiterer Schlecht-Wetter-Programmpunkt bestand in einem Ausflug in die Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck. Die fünftgrößte Stadt Österreichs ist bekannt für die Eingrenzung von Norden und Süden durch die Tiroler Bergketten Karwendelgebirge und Patscherkofel, was der Stadt ein außergewöhnliches Flair vermittelt. Mit dem Zug dort angekommen, wurden der Dom zu St. Jakob sowie die Hofkirche besichtigt. Es ging weiter zu Sehenswürdigkeiten, wie das Goldene Dachl, oder dem Hofgarten. In der restlichen Zeit wurde durch die Stadt geschlendert, Eis gegessen oder DAS Shoppingcenter Kaufhaus Tyrol gestürmt.

Natürlich kam auch der geistliche Hintergrund nicht zu kurz. Zwei mal die Woche wurde ein Gottesdienst gefeiert, bei dem die Teilnehmer selbst mitwirkten. Je nach Wetterlage wurde dieser draußen vor dem herrlichen Bergpanorama oder eben im Aufenthaltsraum gefeiert. Auch bei der morgendlichen Andacht und dem gemeinsamen Gebet am Abend wurden Gedanken und Gefühle, Wünsche und Bedenken mit eingebracht, so dass immer das Gefühl bestand der Herr begleitet uns auf allen unseren Wegen und hält seine Hand über uns.

Gerade durch den geistlichen Zusammenhalt, das tägliche Miteinander, durch das gemeinsame Singen und Lachen, die gemeinsam gegangenen Wege, ob trocken oder nass, schweißte alle zusammen, sodass nach ein paar Tagen schon ein unbeschreibliches WIR-Gefühl entstand.

Im Namen aller bedanke ich mich bei Herrn Pfarrer Klappenecker für eine erneute „Große Hütte“. Da ich in diesem Jahr bereits auch das 11. Mal die Hütte erleben durfte, erlaube ich mir zu behaupten, dass diese zwei Wochen wie jedes Jahr einmalig waren. Ohne das Herzblut, das Herr Pfarrer Klappenecker jedes Jahr aufs Neue in die Ferienfreizeit legt, wäre so ein tolles wiederkehrendes Erlebnis nicht möglich!

Bericht von Svenja und
Fotos von Simon Müller

Berichte von 2008, 2009 und 2010
Auch die Waiblinger Kreiszeitung berichtete.